Lesetage 2005

"Lust auf Buch" – Lesewoche am Sonderpädagogischen Förderzentrum

Studien der letzten Jahre haben es aufgezeigt: Immer mehr Schülerinnen und Schülern mangelt es an Grundkenntnissen in den Fächern Deutsch und Mathematik. Lesen, Schreiben und Rechnen, sog. „Kulturtechniken“, sind vielfach zu Problemfächer im Unterricht von Grund-, Haupt- und Förderschulen geworden. Große Anstrengungen werden unternommen, um diese Defizite wenigstens etwas ausgleichen zu können. So fand am Sonderpädagogischen Förderzentrum in Sulzbach-Rosenberg eine „Lesewoche“ statt, ein Projekt, das mit einem vielfältigen Angebot Schülerinnen und Schüler zum Lesen anleiten sollte.

 

In vielen Überlegungen und Vorbesprechungen unter der Leitung von Förderlehrerin Sibylle Gnahn und SoLin Barbara Hofmann, wurden Aktivitäten geplant, die ein weit gefächertes Angebot für die Klassen aller Jahrgangsstufen beinhalteten. Lesenacht, Bücherkoffer, Literaturzirkel, Top-Ten, Phantasiefelder, Vorlesewettbewerb, Autorenlesung, waren nur einige Angebote, die von den Klasslehrkräften realisiert wurden. Einführung, Vorstellung, Präsentation und Fortführung galten als Hauptmerkmale bei der Durchführung dieser „Lesewoche“. So lasen Schülerinnen und Schüler einiger Oberstufenklassen ihren Mitschülern aus der Unterstufe als „Buch-Paten“ vor, andere Klassen erstellten selbst ein Bilderbuch mit Texten. Klassen aus der Mittelstufe stellten ihre Lieblingsbücher vor, zitierten daraus und zeigten stolz ihre Bücherausstellung! Hörspiele wurden gestaltet, aufgenommen und vorgespielt. Das Literaturquiz durfte ebenso nicht fehlen wie die momentane und „ewige“ Hitliste der Kinderbücher. Comics, Liedtexte und Internetlektüre waren Diskussionsstoff für einige Klassen der Oberstufe. Lesezeichen wurden im Kunstunterricht entworfen und aufwändig produziert. Sie waren ein viel beachtetes Geschenk bei den Vorlesewettbewerben der einzelnen Klassen.

Die besten Vorleser/innen einer Klasse stellten sich dann zum Schulwettbewerb den kritischen Zuhörern und Juroren.

Beste Vorleserinnen waren in der Unterstufe Ella Dejardin, 3. Klasse, in der Mittelstufe Christina Rösch und Nadine Neidel, 5. und 6. Klasse und in der Oberstufe Susanne Aures, 9. Klasse. Sie bekamen als ersten Preis Buchgeschenke, die die Autorin Ursula Kraft und der örtliche Buchhandel gestiftet hatten.

Aber auch alle anderen Teilnehmer bekamen für ihre Leistungen Anerkennungsgeschenke und viel Beifall.

 

Spannend ging es zu in einer Lesenacht: Passendes Umfeld und anregende Literatur ließ die Zeit bis Mitternacht ganz schnell vergehen.

Eine andere Klasse erarbeitete nach einem Kinderbuch ein Schattenspiel, mit Orff-Begleitung und treffenden Textpassagen war es ein Publikumsmagnet in der großen Schulaula.

 

Der Höhepunkt der Projektwoche war aber sicherlich die Lesung mit der Kinderbuchautorin Ursula Kraft. Sie schreibt Geschichten und Lieder, illustriert ihre Bücher selbst, hat langjährige Berufserfahrung im Schulbereich und arbeitet auch in der Lehrerfortbildung.

Wichtige Themen ihrer Arbeit sind „Toleranz“ und „Integration“, Werte, die in allen sozialen Bereichen aktuell sind. Durch ihre besondere Gabe, auf Kinder einzugehen, vermittelt sie nachhaltig, dass Literatur etwas sehr „Lebendiges“ sein kann. Zielgruppen waren die Diagnose- und Förderklassen mit dem Buch „Freundschaft ist blau – oder?“, die 3. und 4. Klassen mit der Erzählung von der „Waldmeisterin“ und die Mittelstufe mit dem Roman „Die Hingucker“.

 

Ein zentraler Punkt dieser Projektwoche war die Neueröffnung der Schulbibliothek. Gerne wurde das Angebot angenommen, sich umzusehen, neugierig zu werden und Bücher auszuleihen. Die Schülerbücherei ist die ideale Voraussetzung für eine ganzheitliche Lese- und Medienerziehung. Hier werden die Schüler emotional und rational/kognitiv angesprochen und die tägliche Begegnung mit Büchern und andren Medien schafft eine lese- fördernde Atmosphäre, welche die Hinführung zum Lesen verstärkt. Die Bibliothek ist künftig fester Bestandteil im Unterricht aber auch Mittel, die Freizeitgestaltung der Schülerinnen und Schüler durch ein gutes Buch zu bereichern. Sie ist auch eine Brücke, um örtliche Büchereien und Buchhandlungen aufzusuchen oder sich selbst einmal ein gutes Buch zu kaufen.

 

Noch eine Neuigkeit wurde zur Lesewoche vorgestellt: Das Internetprogramm zur Leseförderung 'Antolin', mit dem ganze Klassen im Computerraum Bibliotheken durchforsten, Bücher auswählen, Texte lesen und bearbeiten können!

 

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